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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Orthopädie & Unfallchirurgie

Hüftgelenksbeschwerden: Diagnose

Hüftgelenksbeschwerden werden nicht selten durch pathologische Veränderungen an der Wirbelsäule (Ausstrahlung L3/4), im Becken (Psoas-Abszess, Parametritis) oder am Bein (Schonhaltung) vorgetäuscht.

Diagnostik

Klinische Untersuchung

 

  • Schonhaltung bei akuten Hüftalterationen (Flexion, Außenrotation, Adduktion)
  • Funktionsschmerz
  • Bewegungsprüfung
    • Oft ist zuerst die Drehbeweglichkeit eingeschränkt, vor allem die Innenrotation. Ein- und Auswärtsdrehung normal 30–40°, seitengleich. Abspreizfähigkeit (gemessen bei Hüftstreckung) 50°
    • Streckbehinderung (und Ausfall der normalen Überstreckbarkeit von 15°, geprüft in Bauchlage bei fixiertem Becken)
    • Hüftbeugekontrakturen werden häufig verkannt, Kompensation durch Beckenkippung und Lendenlordose. Deshalb zur Beurteilung Rückenlage, beide Hüften mit gebeugten Knien (sonst Lasègue'sches Zeichen), maximale flektiert (normal 140 °) bis zum Ausgleich der Hyperlordose (Thomasscher Handgriff), dann alternierend Streckbarkeit der Hüftgelenke prüfen (Kontakt des Oberschenkels mit Liege?)
  • Druck- und Klopfschmerz in der Leiste und am Trochanter major
  • Beinlänge: bei gleicher Beinlänge barfuß Beckengeradstand
  • Muskelkraftprüfung

Prüfung der Kraft der Hüftbeuger

  • Heben des im Kniegelenk gestreckten Beines gegen Widerstand
  • Insuffizienz der pelvitrochanteren Muskulatur (Abspreizen gegen Widerstand, Trendelenburg-Hinken?)

 

Röntgen

 

  • Beckenübersicht a. p. (Hüftvergleichsröntgen) und Lauensteinaufnahme bei Verdacht auf Hüftkopfepiphysenlösung
  • M. Perthes
  • Hüftkopfnekrose
Positiver Röntgenbefund bei

Dysplasie, Luxation 

 

(siehe auch Gelenkdysplasien, Neugeborenenuntersuchung: Dysplasien)

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Aseptische Hüftkopfnekrose (Perthes)

 

8.–12. Lj. (siehe Knochennekrose, aseptische)

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Hüftkopfepiphysenlösung

 

  • 10.–17. Lj. häufig mit Latenz doppelseitig auftretend, oft bei eunuchoidalem Hochwuchs oder Dystrophia adiposo-genitalis.
  • Die rechtzeitige Erkennung durch Röntgenuntersuchung (Lagerung nach Lauenstein) bietet die einzige Möglichkeit, durch operative Frühbehandlung den drohenden Kopfabrutsch zu verhüten
  • Sonographischer Ergussnachweis, Punktion (Notfall bei akuter Epiphysiolyse der Hüfte)

 

Frakturen

 

  • Mediale und laterale Schenkelhalsfrakturen, pertrochantere und subtrochantere Oberschenkelfrakturen.
  • Häufiger "steile" Frakturlinien, instabil (z. B. Pauwels II oder III), gelegentlich Abriss Trochanter minor (Vitamin-D-Mangel)

(siehe auch Frakturen)

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Koxarthrose 

 

(siehe Arthrose)

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Koxitis 

 

(siehe auch Gelenkinfektionen)

  • Bei bakterieller Koxitis hämatogene Streuung vom Fokalherd, oft vorher Allgemeinerkrankung, Fieber;
  • röntgenologisch: Kalksalzminderung,
  • Lyseherd erst nach ca. 2 Wochen, später unbehandelt Gelenkspaltverschmälerung, Destruktionsluxation oder Ankylose als Endzustand.
  • Unspezifische, rheumatische oder spezifische Entzündung?
  • Sonographischer Ergussnachweis, Punktion zur Keimbestimmung und Entlastung

Idiopathische Hüftkopfnekrose des Erwachsenen

 

Gicht? Hyperlipidämie? Alkohol?

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Hüftkopfnekrose, sonstige

 

  • 5 Jahre nach Traumen
  • Röntgenbestrahlung im Beckenbereich
  • Kortikoidtherapie

Transiente Osteoporose

 

  • idiopathische Kalksalzminderung, diffus, arthrosetypische Beschwerden, röntgenologisch keine Arthrose
  • vor allem im Schenkelhalsbereich bei Tumoren und Osteomalazie
  • pathologische Frakturen

(siehe auch Osteoporose)

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Multiple Arthropathien

 

Gleichzeitiger Befall mehrerer Gelenke: Hämophilie, Ochronose, Hämochromatose, Gicht, Tabes?

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Spondylarthritis ankylosans

(siehe Spondylitis ankylosans)

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Paraosteoarthropathie

 

Periartikuläre Verknöcherung meist bei neurogenem Grundleiden (Querschnittlähmung, Hirnschaden)

 

Negativer Röntgenbefund

 

  • Bei anhaltenden Beschwerden Wiederholung der Röntgenuntersuchung,
  • weiters MRT, Szintigramm, da Koxitis, Hüftkopfnekrose, Hüftepiphysenlösung und Spontanverformungen oft in den ersten Monaten keinen charakteristischen Röntgenbefund liefern
  • außerdem kommen in Frage: Senkungsabszess, Psoitis, Schnappende Hüfte
Differentialdiagnose

Transitorische flüchtige Koxitis bei Kindern
(Synonyma: Koxitis fugax, Hüftschnupfen, Transientsynovialitis)

Ätiopathogenese

unbekannt, z. B. allergisch oder viral

 

Symptome

  • Nicht rezidivierende Funktionsschmerzen in Leiste, Oberschenkel, Knie bei Kindern oder Jugendlichen über einige Tage
  • Schonhinken, Bewegungseinschränkung der betroffenen Hüfte
  • Leistendruckschmerz, Trochanterklopfschmerz
  • Keine Allgemeinsymptome, kein Fieber

 

Diagnostik

  • Röntgen: negativer Röntgenbefund
  • Sonographie: z. B. Gelenkerguss
  • Labor: negative Serologie
  • Steriler Erguss
  • Szintigramm: z. B. mäßige Anreicherung

 

Verlauf

</b>Rezidive selten

 

Prognose

</b>gut, Restitutio

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Letztes Update:9 März, 2009 - 14:28